„Bin ich schon drin?“ Forschungsprojekt zu den Auswirkungen sozialer Medien auf Integration und Zusammenhalt inNachbarschaften gestartet

Wie informieren Sie sich über Ihre Nachbarschaft? Schauen Sie dafür auf Ihr Smartphone oder aus dem Fenster? Das Internet, Smartphones und Soziale Medien eröffnen immer mehr Wege sich lokal zu vernetzen – auch in der eigenen Nachbarschaft. Soziale Medien eröffnen so neue Chancen der Teilhabe, bergen aber auch Gefahren sozialer Ausgrenzung – denn: Wer Zugang zu welchen digitalen Technologien hat und ob eine Person weiß, wie man diese auch nutzen kann, ist durch die eigenen Lebensumstände geprägt. Das Forschungsprojekt „Bin ich schon drin?“ unter der Leitung von Prof. Dr. Jan Üblacker untersucht, wie sich soziale Medien auf die Integration und den Zusammenhalt in Nachbarschaften auswirken.

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Stadtraumforschung im Domumfeld

Leitung: Prof. Dr. Jan Üblacker (EBZ Business School, Bochum), Dr. Holger Spieckermann (TH Köln)

Laufzeit: 2020-2021

Das Dom- und Rathausumfeld in der Kölner Innenstadt ist gekennzeichnet durch eine Vielzahl an Nutzungen auf vergleichsweise engem Raum. In zentraler Lage der Stadt befinden sich u.a. der Hauptbahnhof, touristische Attraktionen wie der Dom, die Altstadt und die Rheinuferpromenade, die Haupteinkaufsstraße, karitative Einrichtungen wie z.B. Obdachlosenschlafstellen oder die Bahnhofsmission, zahlreiche Gastronomien und Hotels, mehrere Museen, die Philharmonie, das Rathaus und unzählige weitere kleinere und größere Unternehmen. Diese vielfältige Nutzungsmischung zieht Personen mit unterschiedlichen Erwartungen, Ansprüchen, Motiven und (Vor)Erfahrungen an. Neben den Bewohner*innen zählen dazu z.B. Arbeiter*innen und Angestellte, Tourist*innen, Passant*innen oder Obdachlose. Aufgrund der besonderen Verdichtung verschiedener Interessen und Erwartungen ist das Gebiet ein Schauplatz diverser, z.T. auch konfliktbehafteter Aushandlungsprozesse zwischen den Nutzer*innen.

Im März 2018 hat die Stadt Köln die „Stabsstelle Stadtbau im Quartier | Domumfeld“ eingerichtet, um die Vielzahl von Funktionsüberlagerungen und Nutzungsstrukturen im Dom- und Rathausumfeld zu bearbeiten und umfassende Kooperationsstrukturen zwischen Verwaltung und vielfältigen externen Institutionen zu initiieren. Dabei sollen auch die Sichtweisen und Problemwahrnehmung der vielfältigen Nutzer*innen des Gebiets berücksichtigt werden.

Vor diesem Hintergrund besteht das Ziel dieses Forschungsprojekts darin, die Wahrnehmung und Bewertung des Gebiets durch die verschiedenen Nutzer*innengruppen zu erforschen. Im Einzelnen werden folgende Fragestellungen bearbeitet:

  • Welche Qualitäten hat der Raum für die Nutzer*innen?
  • Welche Problemwahrnehmungen der Nutzer*innen werden deutlich?
  • Wie gehen die Nutzer*innen mit den wahrgenommenen Problemen um?
  • Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede bestehen im Hinblick auf die Problemwahrnehmung und Umgang zwischen den Gruppen?
  • Welche Bedeutung haben die von der Stadtverwaltung ergriffenen Maßnahmen zum Umgang mit den Problemen?
  • Welche Aushandlungsprozesse und Nutzungskonflikte gibt es?

Neben der statistischen Auswertung von vorhandenen amtlichen Daten zur sozialräumlichen Entwicklung des Gebietes werden die unterschiedlichen Perspektiven auf den Raum durch leitfadengestützte Interviews mit Bewohner*innen, Tourist*innen, Passanten, Beschäftigten, Obdachlosen und Straßenkünstler*innen erfasst und inhaltsanalytisch ausgewertet. Die Ergebnisse geben interessierten Akteuren aus Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft Einblick in die aktuelle Situation und Handlungsmöglichkeiten.

Das Projekt basiert auf einer Forschungskooperation zwischen der Stadt Köln, dem ILS Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung und der Technischen Hochschule Köln.